Lang, lang ist’s her…
Hätten Sie gewusst, dass das erste 6-Tage-Rennen ist Bremen bereits im Januar 1910 stattgefunden hat? Nein? Das ist nicht schlimm. Danach gab es auch eine ziemlich lange Pause. Das zweite Bremer 6-Tage-Rennen wurde erst 1965 ausgetragen. Da kann einem das erste Datum schon mal verloren gehen!
1910 fand das Rennen in den Festsälen der Gaststätte „Schützenhof“ statt. Übrigens im November und nicht wie heute im Januar. Dort hatten die Veranstalter eine 95,6 Meter lange Bahn eingebaut, deren Kurvenerhöhung 43 Grad betrug und die Bretter waren quer verlegt. Das hat ihr den Spitznamen „Nudeltopf“ eingebracht. Zum Vergleich: Die Bremer Bahn ist heute mit 166,6 Metern eine der kleinsten, aber mit einer Kurvenerhöhung von 58 Grad auch eine der steilsten 6-Tage-Rennen-Bahnen.
Damals ging es noch recht kuschelig zu – nur 4000 Zuschauer fanden Platz im Schützenhof. Auch die Preisgelder waren nicht allzu üppig. Die 16 Fahrer bekamen für jeden Tag 90 Mark. Oder besser: Sie hätten 90 Mark bekommen, wenn nicht der Kassierer mit den Eintrittsgelder durchgebrannt wäre. So war es dann etwas weniger. Sieger des ersten Bremen 6-Tage-Rennens sind der Hannoveraner Weltmeister Willy Arend und der Berliner Eugen Stabe.
Dann gab es eine 55-jährige 6-Tage-Rennen-Pause.
Weiter ging es erst im Jahr 1965. Veranstalter Willi Röper erweckte die Sixdays wieder zum Leben. Seitdem finden sie jedes Jahr im Januar statt – ohne Unterbrechung. Zuerst feierten die Radsport-Begeisterten in der gerade neu gebauten Stadthalle Bremen. Dann fünf Jahre im AWD-Dome Bremen und jetzt in der Bremen Arena – aber immer am selben Ort. So geht das 6-Tage-Rennen im Jahr 2012 in seine 48. Runde.
Die ersten Sieger 1965 waren der Belgier Rik Van Steenbergen und der Däne Palle Lykke. 1966 gab es den ersten deutschen Sieg: Rudi Altig und Dieter Kemper gewannen das Rennen. Rekordsieger ist der Niederländer René Pijnen mit insgesamt sieben Siegen. Ihm folgen mit jeweils sechs Siegen der gebürtige Bremer Andreas Kappes und der Schweizer Bruno Risi.